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Der Springsport: das müssen Sie wissen

Springreiten ist eine Pferdesportart, die sowohl ein Pferd als auch einen Reiter voraussetzt. Ziel ist es, dass der Reiter das Pferd dazu animiert, sämtliche Hindernisse fehlerfrei und in einer bestimmten Zeit zu überspringen. Als Hindernisse dienen neben Hochweitsprüngen auch Steilsprünge und Geländehindernisse. Letztere können unter anderem Wälle oder Gräben sein. Hinsichtlich des Aufbaus gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sodass Hindernisse beispielsweise allein oder in Kombination zueinander gestellt werden können.

Der Springsport

© kirahoffmann / Fotolia

Wie das Springreiten entstand

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Springreiten erstmals als Turniersport, wie wir ihn heute kennen, durchgeführt. Einer der Hauptakteure war Frederico Caprilli, ein italienischer Rittmeister. Zunächst wurden ausschließlich Reiter zu einem solchen Turnier zugelassen. Später konnten auch Reiterinnen am Springreiten teilnehmen, wobei diese in einem separaten Wettkampf antraten. Dies ist heute nicht mehr der Fall, denn seit dem Jahr 1975 treten sowohl Männer als auch Frauen gemeinsam in einem Turnier an.

Regelmäßig werden sowohl Europa- als auch Weltmeisterschaften abgehalten und sogar bei den Olympischen Spielen sind die Springreiter seit dem Jahr 1900 stets dabei. Hieraus gingen die folgenden Sieger hervor:

  • 1900 Aimé Haegeman mit dem Pferd Benton II, Dominique Gardères mit Canéla, Giangiorgio Trissino mit Oreste und Constant van Langhendonck mit dem Pferd Extra Dry
  • 1912 Jean Cariou mit seinem Pferd Mignon
  • 1920 Tommaso Lequio di Assaba mit Trebecco
  • 1924 Alphonse Gemuseus mit dem Pferd Lucette
  • 1928 Frantisek Ventura mit dem Pferd Eliot
  • 1932 Takeichi Nishi mit Uranus
  • 1936 Kurt Hasse mit seinem Pferd Tora
  • 1948 Humberto Mariles Cortés mit Arete
  • 1952 Pierre Jonquères d’Oriola mit Ali Baba
  • 1956 Hans Günter Winkler mit seinem Pferd Halla
  • 1960 Raimondo D’Inzeo mit Posillipo
  • 1964 Pierre Jonquères d’Oriola mit Lutteur B
  • 1968 William Steinkraus mit seinem Pferd Snowound
  • 1972 Graziano Mancinelli mit Ambassador
  • 1976 Alwin Schockemöhle mit seinem Pferd Warwick Rex
  • 1980 Jan Kowalczyk mit Artemor
  • 1984 Joe Fargis mit Touch of Class
  • 1988 Pierre Durand mit Jappeloup de Luze
  • 1992 Ludger Beerbaum mit seinem Pferd Classic Touch
  • 1996 Ulrich Kirchhoff mit Jus de Pomme
  • 2000 Jeroen Dubbeldam mit De Sjiem
  • 2004 Rodrigo Ressoa mit Balboubet du Rouet
  • 2008 Eric Lamaze mit seinem Pferd Hickstead
  • 2012 Steve Guerdat mit Nino des Buissonnets
  • 2016 Nick Skelton mit Big Star

Die Ausbildung zum Springreiten

Ehe Reiter und Pferd an einem Turnier im Springreiten teilnehmen dürfen, müssen Sie eine umfangreiche Ausbildung absolviert haben, die unter anderem aus der Stangenarbeit, Trabsprüngen, Gymnastikreihen sowie Freispringen besteht. Ziel ist es, dass Pferd und Reiter ein perfekt aufeinander eingestelltes Team werden und im selben Rhythmus agieren, denn dies ist für das Springreiten immens wichtig.

Springreiten: diese Prüfungen gibt es

Bei der Springprüfung unterscheidet man zwischen dem Stilspringen und der Springpferdeprüfung. Bei der Stilprüfung wird in erster Linie auf das Verhalten des Reiters geachtet, während bei der Springpferdeprüfung das Pferd beurteilt wird. Grundsätzlich müssen unterschiedliche Hindernisse in verschiedenen Höhen und Breiten überwunden werden. Die Maße werden für öffentliche Turniere von der LPO 2008 (Leistungsprüfungsordnung) abgeleitet.

Unterschieden wird hierbei zwischen den folgenden Klassen:

  • Klasse E (Einsteiger)

Für die Halle sind mindestens 6 und für die Freifläche mindestens 7 Hindernisse gefordert. Die Breiten liegen zwischen 75 cm und 105 cm und die Höhen zwischen 80 cm und 90 cm

  • Klasse A* (Anfänger)

Für die Freifläche müssen mindestens 7 und in der Halle mindesten 6 Hindernisse überwunden werden. Diese dürfen zwischen 90 cm und 100 cm hoch sowie zwischen 85 cm und 115 cm breit sein

  • Klasse A**

Im Freien müssen mindestens 7 und in der Halle mindestens 6 Hindernisse übersprungen werden. Die Breite liegt zwischen 95 cm und 125 cm und die Höhe liegt zwischen 100 cm und 110 cm

  • Klasse L (Leicht)

In der Halle werden mindestens 7 und auf der Freifläche mindestens 8 Hindernisse übersprungen. Die Höhe liegt zwischen 110 cm und 120 cm und die Breite zwischen 105 cm und 130 cm

  • Klasse M* (Mittelschwer)

Die Freifläche sieht 9 und die Halle 8 Hindernisse vor. Die Breiten liegen zwischen 115 cm und 145 cm und die Höhen zwischen 120 cm und 130 cm

  • Klasse M**

Hierbei werden in der Halle 9 und im Freien 10 Hindernisse übersprungen. Die Breite liegt zwischen 125 cm und 155 cm und die Höhe zwischen 130 cm und 140 cm

  • Klasse S* (Schwer)

Im Freien werden mindestens 10 und in der Halle mindestens 9 Hindernisse in beliebiger Breite überwunden. Die Höhe liegt bei 135 cm bis 145 cm

  • Klasse S**

Hierbei überspringen Reiter und Pferd in der Halle 9 und im Freien 10 Hindernisse. Die Höhe liegt zwischen 140 cm und 150 cm und die Breite kann beliebig gewählt werden

  • Klasse S***

Im Freien müssen 11 und in der Halle 10 Hindernisse übersprungen werden. Die Breite kann frei gewählt werden. Die Höhe liegt zwischen 145 cm und 155 cm

  • Klasse S****

Hierbei gibt es im Freien 11 und in der Halle 10 Hindernisse. Die Breite wird beliebig gewählt und die Höhe liegt zwischen 150 cm und 160 cm

Quelle: Wikipedia

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