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Grundregeln der Pferdefütterung: Die 10 wichtigsten Fakten

Grundregeln der Pferdefütterung

Beim Pferd ist es wie beim Mensch: Nicht jeder möchte alles essen und auch hinsichtlich der Mengen unterscheiden sich die Vorlieben. Deshalb gibt es kein Patentrezept für die Pferdefütterung.

Am besten beobachten Sie Ihr Pferd zunächst genau, um die Gewohnheiten beim Fressen herauszufinden. Auf diese Weise lernen Sie, welches Futter das Tier gern frisst und welche Faktoren notwendig sind, damit es fit und gesund bleibt.

Damit Sie eine Orientierung haben, was Sie bei der Pferdefütterung beachten müssen, stellen wir Ihnen nachfolgend die 10 wichtigsten Regeln zusammen.

Die 10 Grundregeln

  1. Eine Fütterungszeit festlegen

    Okay, ein Pferd ist ein Tier und es damit von Natur aus nicht gewohnt, feste Fütterungszeiten zu haben. Dennoch kann es sich für Sie als Pferdebesitzer als eine schlaue Entscheidung erweisen, sich an feste Fütterungszeiten zu halten. Zum einen stellt sich das Tier darauf ein und zum anderen verhindern Sie hierdurch beispielsweise Koliken.

  2. Kleine Futtermengen sind für das Tier besser verträglich

    Pferde haben keinen großen Mangen und sind es naturgemäß nicht gewöhnt, große Mengen zu fressen. Hingegen nehmen sie wann immer sie können kleine Mengen Futter auf. Achten Sie bei der Futtermenge grundsätzlich darauf, wie große der Bedarf Ihres Tieres ist. Je größer und leistungsfähiger das Pferd, desto mehr Futter benötigt es. Je 100 Kilo Körpergewicht müssen Sie bis zu 2 Kilo Futter täglich einplanen.

  3. Nicht zu viel Eiweiß füttern

    Das Pferdefutter – wie beispielsweise das Leinsamenschrot – enthält viel Eiweiß. Um dem Tier nicht durch eine dauerhaft erhöhte Eiweißzufuhr zu schaden, sollten Sie grundsätzlich auf ein ausgewogenes Verhältnis achten. Verwenden Sie daher ebenso das Raufutter, welches deutlich weniger Proteine beinhaltet.

  4. Rohfasern sind wichtig für das Pferd

    Rohfaser fördert den Transport der Nahrungsmittel durch den Magen und Verdauungstrakt. Dies wiederum entlastet den kleinen und relativ empfindlichen Mangen des Pferdes. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie regelmäßig Rohfasern füttern. Diesbezüglich bieten sich beispielsweise Stroh oder Heu an. Je 100 Kilo Körpergewicht sollten Sie täglich ca. ein halbes Kilo Rohfaser füttern.

  5. Geben Sie dem Pferd Zeit zum Fressen

    Das Pferd benötigt Zeit zum Fressen, damit es nicht schlingen muss. Deshalb raten wir, es nicht unmittelbar vor einem Ausritt oder einem anderen Ereignis zu füttern. Es muss Zeit haben, das Futter zu verwerten. Hierdurch können Sie das Risiko einer Kolik erheblich senken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Sauberkeit beim Fressen. Achten Sie darauf, dass sämtliche Futtertröge stets gereinigt sind. Hierdurch verhindern Sie beispielsweise, dass sich Bakterien ausbreiten, welche unter Umständen Infektionen verursachen könnten.

  6. Was Sie bei einer Umstellung des Futters beachten müssen:

    Pferde haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem, das extrem negativ auf neues Futter reagieren kann. Koliken können eine der Folgen sein. Sollten Sie auf neues Futter umsteigen, geben Sie dem Tier Zeit, sich daran zu gewöhnen. Stellen Sie auf keinen Fall von heute auf morgen um, sondern bereiten Sie das Pferd mindestens zwei Wochen langsam auf das neue Futter vor, indem Sie täglich kleine Mengen zum bisherigen Futter hinzugeben. Gehen Sie sowohl bei Heu und Ergänzungsfutter als auch bei Kraftfutter gleichermaßen vor.

  7. Pferde sind keine Masttiere

    In der heutigen Zeit ist es in vielen Bereichen üblich, dass Tiere gemästet werden. Ein Pferd ist jedoch kein Masttier und sollte demzufolge auch kein derartiges Futter erhalten. Benutzen Sie unbedingt ausgeschriebenes Pferdefutter und greifen Sie keinesfalls aus Schweinefutter oder Rinderfutter zurück. Schaffutter ist ebenfalls nicht empfehlenswert für ein Pferd. Mastfutter enthält verschiedene Wachstumshormone, die beim Pferd zu Vergiftungserscheinungen führen können. Stattdessen sollten Sie dem Pferd jederzeit einen Mineral-Leckstein zur Verfügung stellen, damit es auf diese Weise wichtige Mineralien aufnehmen kann.

  8. Füttern Sie als erstes das Heu

    Viele Pferde neigen dazu, das Kraftfutter herunter zu schlingen. Hierdurch kann es zu unangenehmen Koliken kommen. Um dies zu vermeiden, füttern Sie ca. eine halbe Stunde vor dem Kraftfutter etwas Heu. Auf diese Weise füllt sich der Magen des Tieres etwas, sodass es auf das Kraftfutter nicht mehr so gierig ist und automatisch langsamer frisst.

  9. Die Lagerung des Futters

    Lagern Sie das Pferdefutter stets trocken und kühl. Hierdurch wird verhindert, dass es an seinem natürlichen Geschmack verliert. Zudem verhindern Sie, dass sich Ungeziefer im Futter breitmacht. Viele Pferdebesitzer lagern das Futter auf einem Betonboden, weil sie diesen als sauber empfinden. Sie lassen jedoch den Fakt außer Acht, dass das Futter hierdurch schnell schimmelt. Schließlich zieht der Beton die Nässe an.

  10. Eine Futtertonne verwenden

    Aus den in Punkt 9 genannten Gründen können Sie das Futter in einer sogenannten Futtertonne lagern. Diese hält das Futter trocken und kühl. Sie wird mit einem Deckel verschlossen, sodass Nager und Ungeziefer keine Chance haben, sich im Futter zu verstecken und Krankheitserreger einzuschleppen. Futtertonnen werden in verschiedenen Ausführungen angeboten und sind in unterschiedlichen Preisklassen sowie Größen erhältlich.

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