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Mein Kind möchte reiten lernen: Was sollte ich beachten?

Viele Kinder, vor allem Mädchen, aber auch einige Jungen, kommen früher oder später auf die Idee, reiten lernen zu wollen. Grundsätzlich erweist sich der Reitsport als sinnvoll, denn er fördert die Konzentration, die Motorik, das Verhalten des Kindes auf Tiere sowie einen angenehmen Umgang. Außerdem handelt es sich dabei um eine sportliche Betätigung, die ein guter Ausgleich für Stress, der bei vielen Kindern schon im Schulalter auftritt, darstellt. Wir erklären Ihnen in diesem Ratgeber, was Sie beachten sollten, wenn Ihr Kind gern reiten möchte, Sie aber mit diesem Hobby selbst keinerlei Verbindung haben.

Mein Kind möchte reiten lernen: Was sollte ich beachten?

© photo 5000 / Fotolia

Was Sie als erstes tun sollten

Kinder neigen häufig dazu, sich ein Hobby auszusuchen und sich nach einiger Zeit nicht mehr dafür zu interessieren. Nun ist die Anziehung der Pferde für viele Mädchen und Jungen sehr groß. Um sicherzugehen, dass es sich nicht nur um eine spontane Idee Ihres Kindes handelt, sollten Sie zunächst die Möglichkeit nutzen, einen Probeunterricht zu besuchen. Dieser wird seitens der meisten Reiterhofbetreiber kostenlos angeboten. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, die Tiere kennenzulernen, zu erfahren, wie Sie gestriegelt und gepflegt werden und lassen Sie es auf dem Rücken eines geführten Ponys reiten.

Tipp

Ein gute Reitausbildung zeichnet sich dadurch aus, dass die Reitanfänger sowohl das Reiten als auch den Umgang mit dem Tier und dessen Versorgung lernen. Das Ausmisten der Boxen und die Fellpflege des Pferdes gehören dazu. Bereits im Probeunterricht sollte der zukünftige Reitlehrer dies Ihrem Kind nicht nur erklären, sondern es auch an der entsprechenden Arbeit teilnehmen lassen.

Hat Ihr Kind anschließend immer noch Lust auf einen regelmäßigen Besuch, können Sie es im Ponyhof anmelden, sofern dieser Ihnen zusagt. Alternativ können Sie sich weitere Vereine anschauen, um den für Ihr Kind passenden zu finden.

Erkundigen Sie sich nach den Kosten

Reiten ist zweifelsohne ein teures Hobby, welches sich manche Eltern schlichtweg nicht oder nur schwer leisten können. Sozialschwache Familien haben hier unter Umständen die Möglichkeit, einen Zuschuss für das Hobby Ihres Kindes zu beantragen. Am besten erfragen Sie bei der Gemeinde, welche Stelle für die entsprechende Antragstellung für den Zuschuss zuständig ist.

Die Preisgestaltung der Reiterhöfe unterscheidet sich drastisch. Während einige einen monatlichen Beitrag verlangen, lassen sich andere die Reitstunden bezahlen. Wieder andere veranschlagen eine monatliche Grundpauschale und zusätzlich einen Betrag pro Reitstunde. Die Preise unterscheiden sich dahingehend, ob Sie Einzelunterricht oder Gruppenunterricht wünschen. Auch eine Reitbeteiligung, bei der sich mehrere Personen ein Pferd „teilen“, ist möglich.

Am besten lassen Sie sich verschiedene Angebote der infrage kommenden Reiterhöfe zusenden und vergleichen diese miteinander, ehe Sie die Entscheidung treffen.

Informieren Sie sich zu den Leistungen

Kinder können grundsätzlich schon im jungen Alter erste Erfahrungen auf dem Reiterhof sammeln.

Tipp

Achten Sie stets darauf, dass Ihr Kind umfangreich versichert ist. Der Unfallschutz kann über den jeweiligen Verein abgedeckt sein oder muss ggf. privat gewährleistet werden. Schließlich ist reiten ein schöner Sport, der jedoch mit gewissen Risiken verbunden ist.

Informieren Sie sich vor der Anmeldung auf dem Reiterhof ebenso darüber, wie die Ausbildung abläuft. Grundsätzlich sollte diese aus einer Grundausbildung mit anschließender Reitausbildung bestehen. Bei der Grundausbildung werden erste Fertigkeiten, wie beispielsweise das Aufsitzen, Bodenarbeit und Reiten unter Führung, vermittelt. Der Feinschliff erfolgt durch die Reitausbildung. Je nach Fortschritt des Kindes sollte es die Möglichkeit geben, verschiedene Prüfungen abzulegen, damit sich der kleine Reiter weiterentwickeln und möglicherweise an Turnieren teilnehmen kann.

Der Reitlehrer oder die Reitlehrerin entscheidet normalerweise, welches Pferd für den Unterricht genutzt wird. Dies hat einen entscheidenden Grund: zwar könnten Sie sagen, Ihr Kind möchte unbedingt auf Pferd oder Pony XY reiten. Ein guter Reitlehrer kennt seine Tiere und weiß genau, welches Tier für den Unterricht geeignet ist und welches nicht. Zudem müssen die Charaktere von Reiter und Pferd zusammenpassen, sodass dies bei der Wahl des Ausbildungspferdes mit in die Überlegungen eines guten Reitlehrers einfließen wird.

Welche Reitausrüstung benötige ich?

Wie erwähnt, erweist sich Reiten als risikoreicher Sport, dessen potentielle Gefahren jedoch durch eine entsprechende Bekleidung erheblich minimiert werden können. Ein Kind sollte die folgende Reitbekleidung besitzen:

  • Reitstiefel oder Stiefeletten

Diese speziellen Schuhe oder Stiefel sorgen dafür, dass das Kind mit dem Fuß nicht durch den Steigbügel rutscht. Stiefeletten werden in der Regel günstiger angeboten

  • Chaps

In Ergänzung zu Stiefeletten sollten Sie Chaps kaufen, damit die Waden des Kindes beim Reiten geschont werden. Praktischerweise gibt es die Chaps als „mitwachsende“ Variante

  • Reithose

Zum Schutz der Beine und für den bestmöglichen Komfort beim Reiten empfiehlt sich die Anschaffung einer Reiterhose. Reithosen für Kinder werden ebenfalls als „mitwachsende“ Modelle angeboten

  • Wetterfeste Jacke
  • Protektoren-Weste/Sicherheitsweste

Hierbei handelt es sich um eine Schutzweste, die das Kind schützt, sofern es vom Pferd fällt

  • Reithelm

Dieses Utensil ist das wichtigste für den Reitunterricht und sollte daher auf keinen Fall fehlen. Machen Sie in Sachen Qualität bitte keine Abstriche und lassen Sie sich zu den verschiedenen Varianten beraten. Achten Sie auf eine passende Größe und eine hohe Sicherheit

Tipp

Bei vielen Reiterhöfen können Sie zumindest Helme und Sicherheitswesten ausleihen. Sie reduzieren hierdurch die Kosten für die Anschaffung der Reitbekleidung erheblich.

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