Reiter

VR Classics Neumünster

Die VR Classics Neumünster in den Holstenhallen Neumünster. Für uns aus Schleswig-Holstein ist es ein wenig das CHIO Aachen des Nordens!  Schon damals haben wir angefangen die Tage zu zählen. Sobald wir das erste Veranstaltungsplakat am Straßenrand erblickten. Einfach ein absolutes Jahres-Highlight!

Damals waren es eher der Schauwettbewerb der Reitvereine oder das Ponyspringen, die uns in den Bann zogen. Mittlerweile ist es die Weltcup-Dressur, das KO-Springen am Samstagabend und natürlich auch der große Preis von Neumünster!

VR Classics Neumünster

Das sollten Sie über die VR Classics Neumünster

Lange Rede, kurzer Sinn: In Neumünster möchte man einmal geritten sein! Es ist nicht nur das größte internationale Turnier in unserer Heimat. Welches sich insbesondere durch eine sportliche Top-Besetzung einen Namen gemacht hat, sondern auch die einmalige Atmosphäre.

Gerade ist diese Atmosphäre ist nur auf den aller wenigsten Turnieren zu finden. Das Neumünsteraner Publikum ist unfassbar begeisternd, mitfiebernd und sehr sportlich! Noch heute bekommen wir eine Gänsehaut, wenn wir an den Moment der Weltcup Kür 2010 zurück denken, als Totilas, damals noch unter Edward Gal, die Halle betrat.

Trotz der restlos ausverkauften Halle war es so mucksmäuschenstill. Man hätte eine Stecknadel fallen gehört! Selbst die Springreiter standen nach einer anstrengenden Partynacht am Sonntagmorgen um 7:00 Uhr in der Halle, um das damalige „Wunderpferd“ einmal live zu sehen. Mit minutenlangen standing ovations inklusive Fußgetrampel feierte das fachkundige Publikum das einstige Traumpaar am Ende einer gigantischen Kür.

Die berühmten Reiter bei den VR Classics Neumünster

Umso mehr freuten wir uns, als Fritzis Startgenehmigung für die internationale kleine Tour, bestehend aus einem St. Georg (S*) und einem Intermediare I (S**), von der FN aus Warendorf kam. Auch wenn Fritzi schon einige Male mit verschiedenen Pferden dort teilnehmen durfte, ist es jedes Jahr aufs Neue ein tolles und aufregendes Erlebnis.  Insbesondere wenn man plötzlich neben Weltmeistern und Olympiasiegern auf der Starterliste zu stehen. Dieses Jahr fiel die Wahl, welches Pferd gehen sollte, nicht schwer.

Frizzanto hatte sich in den letzten Monaten  zu einem wahren Schleifenpony entwickelt und bereits in diesem Jahr schon zwei von drei gegangenen S-Dressuren mit tollen Noten gewonnen. Er hatte nun die nächst größere Aufgabe. Die Holstenhallen in Neumünster bieten den Pferden und Reitern schon eine sehr beeindruckende Kulisse. Umso spannender war es für uns, wie sich Frizzi wohl auf seinem ersten  internationalen Turnier in einer solch großen und beeindruckenden Halle behaupten wird!

Frizzanto bei den VR Classics Neumünster

Gesagt, getan – nach wochenlangem, fleißigem Training ging es endlich am Mittwoch Richtung Neumünster. Nachmittag stand der Vet-Check und ein letztes Training in der Prüfungshalle auf dem Plan. Alles verlief reibungslos. Frizzanto zeigte sich trotz Jurassic-Park ähnlichem Gewusel durch Soundchecks, Reinigungskräften und den letzten, finalen Aufbauarbeiten am Vierecksrand von seiner allerbesten Seite.

Wir waren schon jetzt so stolz auf ihn. Er drehte früher doch schon beim kleinsten Knacks kopflos durch.  Jetzt drehte er wie ein alter Hase seine Runde in dieser beeidruckenden Halle.

Wir können nicht leugnen, dass die Erwartungen auf ein gutes Ergebnis am nächsten Tag anstiegen. Frizzanto zeigte sich von seiner besten Seite und wir wurden zahlreich auf den „Imponierenden Brauen“ mit den „gigantischen Bewegungen“ angesprochen.

Nachdem wir Frizzi versorgt und gefüttert hatten, ging es ab in den LKW, in dem wir das Wochenende über auf dem Turniergelände schliefen. Mit einem Glas Wein, dem Bachelor im Fernsehen und einer leider nicht ganz intakten Standheizung (dafür aber mit 10 Decken) bei gefühlten minus 10 Grad, haben wir uns einen gemütlichen Abend gemacht.

Die weiteren Tage in Neumünster

Ein großes Übel der Dressurreiter ist es, dass sie häufig zu nachtschlafenden Zeiten den Turniertag eröffnen. Da Frizzi am Donnerstagmorgen vor der Prüfung noch einmal kurz locker geritten werden sollte, hieß es für uns beide um 5 Uhr morgens aufzustehen, zu füttern und das Pferd fertig zu machen. Wir mussten um 6 Uhr in der Halle zu erscheinen.

Auch bei diesem lockeren Abschluss-Training ging Frizzi einfach nur beeindruckend, so dass wir uns mit einem super Gefühl auf die Prüfung vorbereiten konnten. Um 9:21 Uhr kam dann der Moment, auf den wir so lange hin gefiebert  haben. Und was sollen wir sagen, es kam alles ganz anders als geplant.

Sobald Frizzi und Fritzi alleine in der Halle waren, fühlte sich Frizzi plötzlich doch gar nicht mehr so taff, wie er immer tut. Er verspannte  und wurde von Runde zu Runde immer nervöser. Die Trabtour konnten die beiden noch ganz gut retten, so dass sie vor dem Schritt noch bei über 70%  lagen.

In der Schritt- und der Galopptour folgten auf  die fehlende Losgelassenheit dann allerdings doch einige Fehler. Er schloss die Prüfung mit knapp 65% die Prüfung ab und landete auf dem 10. Platz. Das war es also worauf wir uns die ganze Zeit so gefreut hatten? Nein, natürlich nicht.

Die erste Enttäuschung

Die erste Enttäuschung machte sich breit, wobei Frizzanto dabei keinerlei Vorwürfe gemacht wurde. Dass es so kommen konnte war uns allen bewusst, doch trotzdem hatte man natürlich gehofft, dass er die Ruhe aus dem Training auch mit in die Prüfung nehmen konnte.

Nach einem stärkenden Frühstück und ein wenig Frustshopping (was durch das riesige Angebot in den Verkaufshallen übrigens ganz hervorragend funktioniert) legte sich die erste Enttäuschung und der Wille und Ehrgeiz, es am nächsten Tag besser zu machen, kam zurück.

Doch nur etwas zu wollen funktioniert reicht manchmal leider nicht aus. Obwohl Frizzi am nächsten Tag eine schönere Trabtour ging, konnten die Beiden auch an diesem Tag nicht an ihr Niveau der vorherigen Turniere anknüpfen. Vor einem Jahr wären wir wahrscheinlich mit den Ergebnissen noch super happy gewesen. Aber durch Frizzantos konstant gute Leistungen der letzten Monate stiegen natürlich auch unsere Erwartungen, welche an diesem Wochenende leider nicht erfüllt werden sollten.

Unser Fazit zur VR Classics Neumünster

Der Reitsport ist nun mal ein Sport, bei dem man ein Lebewesen als Partner hat, welches genauso seine guten und schlechten Tage haben kann, wie wir Menschen auch. Trotzdem man in solchen Momenten manchmal am liebsten nur den  Kopf in den Sand stecken würde, sind das auch genau die Momente, die einem aufzeigen was beste Freunde (und natürlich die Famlie) eigentlich wert sind.

Natürlich war Fritzi geknickt (Nicole im Übrigen auch, man leidet als Zuschauer bekanntlich noch mehr mit) aber Pferde sind nun einmal keine Tennisschläger und vielleicht haben auch unsere etwas zu hohen Erwartungen die Spannung anwachsen lassen. Um viele Erfahrungen reicher haben wir das restliche Wochenende als Zuschauer genossen, um von den ganz „Großen“ noch einiges abzugucken und mit nach Hause zu nehmen. Der weitere Plan: Nichts verändern! Frizzanto geht im Training nach wie vor großartig und muss lediglich in die ganz großen Prüfungen „reinwachsen“.

Zusätzlich zu diesem Beitrag haben wir übrigens ein „Hinter den Kulissen“-Video aus Neumünster für euch zusammengeschnitten, was ihr hier, sowie auch auf unserem YouTube-Kanal nxf_horses findet.

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