Pferde

Wie finde ich die richtige Reitbeteiligung?

Als Pferdebesitzer kennt man das Problem – auch wenn der Vierbeiner das Liebste für uns ist  – ein Pferd ist sehr zeitaufwendig und natürlich auch kostenintensiv. Eine beliebte und gute Alternative hierfür ist eine Reit- oder Pflegebeteiligung, die sich regelmäßig um das Pferd kümmert und somit den Besitzer im Alltag und Finanziell etwas unterstützt.

Reitbeteiligungen übernehmen meist eine bestimmte Anzahl von Wochentagen, an denen sie  das Pferden pflegen, sich darum kümmern und bewegen. Doch wie findet man die richtige Reitbeteiligung für das eigene Pferd und kann man überhaupt damit umgehen, die Verantwortung jemand anderen zu geben?

Für mich war eigentlich immer klar, dass ich keine Reitbeteiligung haben möchte.  Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, die Verantwortung ohne mein Beisein einer anderen Person zu überlassen. Außerdem war ich auch ziemlich eifersüchtig und anspruchsvoll was den Umgang mit meiner Stute anging. Alles hatte seine feste Ordnung, der tägliche Ablauf war strikt geregelt und in meinem Schrank hatte alles seinen festen Platz. Meine Sute war im Umgang nicht ganz einfach, deshalb habe ich mir über eine Reitbeteiligung keinerlei Gedanken gemacht und war somit fast 365 Tage im Jahr selber im Stall. Doch wie durch einen Zufall bin ich auf meine aktuelle Reitbeteiligung gestossen. Meine Boxennachbarin hatte eine ganz liebe Reitbeteiligung, die zugleich auch sehr verliebt in meine Stute war. Wir haben uns von Anfang an super verstanden und so kam es eines Tages, dass sie sich 4 Tage um mein Pferd kümmern durfte, weil ich eine Städtereise gemacht habe. Zu meinem Erstaunen hat das so gut funktioniert, dass ich mir zum ersten mal doch vorstellen konnte, eine Reitbeteiligung zu haben. Seitdem bin sehr froh, dass ich 2-3 Tage in der Woche „Pferde-Frei“ habe um andere Dinge zu erledigen oder anderen Interessen in Ruhe nachgehen kann.

Die richtige Reitbeteiligung finden

Bevor man nun jedoch nach einer passenden Reitbeteiligung sucht, sollte man sich erst Gedanken machen, was genau man möchte und welche Eigenschaften sie mitbringen sollte. Wie viele Tage pro Woche sollte die Person übernehmen? Jemanden der das Pferd trainiert oder vielleicht doch nur ausreiten geht oder Bodenarbeit macht? Soll die Person Reitstunden mit meinem Pferd nehmen oder lieber nicht? Sind Turnierteilnahmen möglich? Kann ich die Verantwortung abgeben, ohne eifersüchtig zu werden? Oder bin ich zu überfürsorglich?

Natürlich muss man sich zuvor auch fragen, ob das eigene Pferd für eine Reitbeteiligung geeignet ist und was sie für Reiterfahrungen mitbringen sollte, um eventuelle Unfälle vorzubeugen. Diese Punkte sollten im ersten Schritt genau durchdacht werden um dann ein möglichst konkretes Inserat formulieren zu können. Somit können bereits im Vorfeld spätere Missverständnisse vermieden werden.

Kommt es im nächsten Schritt zum Probereiten, sollte man die Reitbeteiligung und das Pferd möglichst genau beobachten und bereits detailierte Angaben dazu machen, wie man sich den Ablauf mit dem Pferd vorstellt und was man definitv nicht haben möchte. Es empfiehlt sich auch das Probereiten 2-3x zu wiederholen um sich sicher zu sein, dass die Reitbeteiligung passend für das Pferd und einen selber ist. Abgesehen davon ist es aber auch sehr wichtig auf sein Bauchgefühl zu hören und ehrlich zu sein. Ist man sich bei der Person nicht sicher, oder hat kein gutes Gefühl dabei – sollte man es lieber sein lassen.

Hat man eine passende Person gefunden, empfiehlt es sich, einen „Reitbeteiligungs-Vertrag“ abzuschließen. In ihm sollten alle wichtigen Informationen und Regelungen genau formuliert sind. Erfahrungsgemäß sollte der Vertrag folgende Punkte aufführen:

– Anschrift und Telefonnummern

– Angaben zum Pferd, eventuell auch die kleinen „Macken“ von ihm festhalten

– Wie oft darf die Reitbeteiligung reiten? Gibt es festgelegte Tage?

– Was darf die Reitbeteiligung mit dem Pferd machen und was nicht?

– Was soll im Umgang und mit der Ausrüstung beachtet werden?

– Haftung/Haftpflicht

– Unterschrift beider Partein

Im Internet findet man hierzu mittlerweile eine Vielzahl von Reitbeteiligungsverträgen die sich problemlos übernehmen und ergänzen lassen. Es empfiehlt sich immer wieder, alle Aufgaben und Regeln mit dem Umgang des Pferdes genaustens zu erläutern und in dem Vertrag festzuhalten. Außerdem sollte in dem Vertrag nochmals expliziet darauf hingewiesen werden, beim Reiten immer eine splitterfeste Reitkappe und funktionstüchtige Ausrüstung zu tragen.

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W I C H T I G !

Das allerwichtigste ist aber eine bestehende Pferdehalter Haftpflicht, die am besten auch Fremdreiter/Reitbeteiligungen mit einschließt, damit im Ernstfall ein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Den bestehende Vertrag der Pferdehaftpflicht sollte man nochmals gründlichst durchlesen und zur Sicherheit nochmals Rücksprache mit dem Versicherungsunternehmen halten, bei dem der Vertrag abgeschlossen wurde.  Bei manchen Versicherungen ist eine Reitbeteiligung kostenlos in die Haftpflicht mit eingeschlossen, bei vielen Anbietern jedoch leider nicht. Außerdem sollte die Reitbeteiligung zusätzlich eine Privathaftlicht haben, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Für einen harmonischen Ablauf zwischen Besitzer, Pferd  & Reitbeteiligung empfiehlt es sich, regelmäßig in Kontakt zu bleiben und immer wieder gemeinsame Zeit mit dem Pferd zu verbringen. Eine gute Idee hierfür wäre auch eine Art „Tagebuch“ in dem man vermerkt, was man mit dem Pferd gemacht hat – “ Wie war es beim Reiten? Gab es irgendwelche Zwischenfälle? Ist einem z.B. eine Verletzung aufgefallen? Wie lange wurde das Pferd ca. bewegt?“ usw. Dadurch hat man einen guten Überblick und kann sich jederzeit super austauschen. Natürlich geht das aber in der heutigen Zeit auch per Handy oder Internet 😉

Die monatlichen Reitbeteiligungskosten fallen je nach Pferdebesitzer, Stall und Pferd entsprechend unterschiedlich hoch aus, da sie jeder selbständig festlegen kann. Der Preis orientiert sich natürlich auch nach der Anzahl der Tage, an denen das Pferd zur Verfügung gestellt wird. Eine gute Formel für die Berechnung der Reitbeteiligungskosten ist:

(Einstellkosten / 30 Tage) x Reitbeteiligungstage pro Monat.

Der durschnittliche Preis liegt somit ca. bei 10-20€ pro Tag. Hier ein kleines Rechenbeispiel:

(Einstellkosten 400€  / 30 Tage) x 8 Tage pro Monat (2 Tage pro Woche) = 107 € pro Monat

Aber wie bereits gesagt, der Preis variert und kann von jedem Pferdebesitzer natürlich selbst festgelegt oder verhandelt werden.

Am wichtigsten finde ich jedoch, dass man eine zuverlässige Reitbeteiligung findet, die sich gut um das Pferd kümmert, mit der man sich regelmäßig austauscht, die ehrlich ist und der man immer vertrauen kann. Ich hoffe meine Tipps können euch helfen, die richtige Reitbeteiligung zu finden 🙂

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